Was ist der Unterschied zwischen Bürgschaft und Zweitunterschrift im Mietvertrag?
Hallo!
Ich muss bald umziehen und habe bereits eine Wohnung gefunden. Ich habe mich für diese beworben und mein Vater hat sich bereit erklärt, für mich zu bürgen, da ich selbst noch nicht genügend Geld verdiene, dass die Mietgesellschaft das akzeptiert. Der Mietvertrag wurde soweit schon fertig gemacht, das heißt, ich könnte die Wohnung nun bekommen. Allerdings möchten die Vermieter, dass mein Vater den Mietvertrag mit unterschreibt. Das will er aber nun nicht, er meint, er möchte "nur" für mich bürgen, aber nicht den Vertrag mit unterschreiben. Als ich ihn gefragt habe, was das für einen Unterschied macht, konnte er mir keine genaue Antwort geben, sondern meinte nur, dass er nicht in dieses Vertragsverhältnis mit rein will. Ich kann mir einfach nicht erklären, was nun der wirklich drastische Unterschied ist zwischen der Bürgschaft und dem Unterschreiben im Mietvertrag, sowohl für meinen Vater, als auch für die Vermieter, womit ich meine, dass ich nicht verstehe, warum es den Vermietern nicht reicht, dass er die Bürgschaftserklärung ausgefüllt hat und was der rechtliche Unterschied für meinen Vater wäre, wenn er jetzt anstelle der Bürgschaft den Mietvertrag mit mir zusammen unterschreiben würde.
Kann mir da irgendjemand weiterhelfen? Ich würde wirklich gerne verstehen, was das nun alles im Genauen bedeutet.
Über Antworten würde ich mich sehr freuen!
Liebe Grüße!
6 Antworten
Mit dem Mietvertrag geht der Mieter gegenüber dem Vermieter ein Schuldrechtsverhältnis ein. Wenn dein Vater ebenfalls Hauptmieter (Zweitunterschrift) neben dir wird, haftet er für dich, wenn du die Wohnung verlassen solltest ohne weiter die Miete zu bezahlen. Allein könntest du nun auch nicht den Mietvertrag kündigen, dein Vater muss gleichzeitig kündigen. Dein Vater unterliegt wie du allen Bedingungen des Mietvertrages, obwohl er die Wohnung nicht bewohnt. Ergo - Dein Vater will nicht in dein Schuldrechtsverhältnis mit einsteigen. Der Vermieter traut dir nicht zu, dass du allein den Mietvertrag einhalten kannst. Deshalb verlangt er also die "Zweitunterschrift". Nun lese ich, dass der Vermieter auf einer Kaution von 1000.-€ besteht . Die Kaution ist dein Eigentum in Verwahrung beim Vermieter auf einem separaten Kautionskonto für den Fall, dass die Mietzahlungen nicht vollständig erfolgen und selbst verursachte Schäden in der Mietsache von dir nicht beseitigt werden. Kommen Mietschulden und Shäden zusammen über 1000€, dann wäre die Kaution verbraucht und es bestünde eine Restschuld, die durch eine Bürgschaft deines Vaters ausgeglichen werden könnte. Alle drei Forderungen zusammen sind zwar nicht verboten aber unüblich. Kaution und Bürgschaft reichen ohne weiteres aus.
Dein Vater hätte mit einer Unterschrit Zweitmieter automatisch quasi einen zweiten Wohnsitz. Warum der Eigentümer die reine Bürgschaft nicht akzeptiert ist mir unverständlich. Kläre das mit Deinem Vermieter nochmal.
Das ist wohl ein sehr großer Unterschied. Ein Bürge muss dafür aufkommen, dass die Miete bezahlt wird. Solltest Du mal nicht bezahlen, so muss Dein Vater Deine Miete bzw. Mietrückstände begleichen.
Wenn Dein Vater den Mietvertrag unterschreibt, so ist er für alle Pflichten verantwortlich, die sich daraus ergeben. Er muss z.B. für die Kehrwoche sorgen, solltest Du sie nicht machen. Wenn Du ausziehen willst, muss auch er kündigen .....
Wenn dein Vater den Mietvertrag (mit)unterschreibt ist er (Mit)Mieter der Wihnung und direjt verantwortlich. Bei einer Bürgschaft muss er nur im Notfall die ausstehenden Kosten übernehmen.
Aber wofür genau ist er dann in der Wohnung verantwortlich? Wenn ich nun irgendeinen Schaden verursachen würde, der bei meinem Auszug repariert werden muss, hätten sie ja immer noch die Kaution in Höhe von fast 1000 Euro.
Eine Bürgschaft wird nur im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Person, für die gebürgt wird, eingefordert. Eine Unterschrift unter den Mietvertrag setzt deinen Vater also in alle Rechte und Pflichten des Mietvertrages ein.... und das ist mehr als nur die Miete zu zahlen.
mamaundkind hat das gut erklärt.
Die Gesellschaft müsste eigentlich die Bürgschaftserklärung akzeptieren... mir ist auch nicht klar, wozu die zweite Unterschrift noch nötig ist... es sei denn, du bist noch nicht volljährig.