Zwei Minijobs + Kleinunternehmer Tätigkeit?
Guten Tag,
ich übe unregelmäßige Jobs auf Rechnungsbasis aus, als Kleinunternehmer.
Zusätzlich habe ich an meiner Hochschule einen Minijob als Tutor, da kommen pro Monat etwa 300€ raus.
Jetzt wird mir ein Minijob mit 450€ pro Monat angeboten.
Da wird der Betrag aus beiden Minijobs ja steuerpflichtig. Wie wirkt sich das auf die Kleinunternehmer Tätigkeit aus? Werden die Einnahmen aus den Minijobs in den Steuerfreibetrag mit rein gerechnet?
Wie funktioniert das mit den Haupt- und Nebentätigkeiten? Ist es empfehlenswert den kleineren oder größeren Job als Haupttätigkeit anzugeben?
Wie viele Steuern fallen bei diesen Minijob Einnahmen von 750€ etwa an?
Vielen Dank im Vorraus für Antworten!
1 Antwort
Dein Problem ist nicht die Steuer, Dein Problem ist die Sozialversicherung.
300,- + 450,- = 750,- Euro. Minus Grundfreibetrag, Arbeitnehmerfreibetrag und Vorsorgepauschale, kannst Du da mit Deiner Selbständigen Tätigkeit noch einiges verdienen, bevor Du Steuern zahlst.
Das einzig gut ist dabei, dass Du aus dem für Studenten schwachsinnigen Minijob herauskommst und Deine Arbeitgeber sollten Dir dafür dankbar sein, denn es werden zur Zeit mit dem 450,- Euro Job viel mehr Beiträge für Dich abgeführt, als es nötig wäre.
Du musst nun beiden Arbeitgebern die Bestätigung Deiner Krankenversicherung vorlegen und die Immatrikulationsbescheinigung, damit nur Rentenversicherung abgeführt wird.
Eigentlich müsste der, der Dir bisher 450,- zahlt, nun mehr zahlen.
Die 450,- Euro kosten ihn nämlich 32 % pauschale Abgaben. das sind 144,- Euro. Also hat er 594,- Euro kosten.
In Zukunft kann er Dir bei gleichen Kosten ca. 540,- Euro zahlen, denn erhat ja nur den Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung 9,35 % zu zahlen.
Dir werden auch diese 9,35 % abgezogen, sind ca. 492,- Euro.
Wenn nicht alle Studis blind auf "450,- Euro sind netto, Du hast keine Abzüge" hören würden, sondern mal rechtzeitig fragten, könnten die alle mehr Geld in der Tasche haben.
"Kannst Du mit Deiner selbständigen Tätigkeit noch einiges verdienen, bevor Du Steuern zahlst". Wieviel denn? Ab 4.200,-€ p.a. wird es kritisch, oder? Naja, die 3,20 € würde der Fragesteller evtl. verkraften, wenn er knapp drüberkommt.
Die weitere Frage wäre, ob der AG wirklich mehr Lohn zahlt, wenn er Abgaben spart. Sind ja nicht alle so schlau wie Du oder ausreichend flexibel (nee, wir machen das so...).
Du schreibst, der Arbeitgeber müsste mir eigentlich 492,-€ zahlen, da ihm gewisse Abgaben wegfallen.
Ich habe nicht geschriben, dass er Dir 492,- Euro zahlen müsste.
Ich habe geschriben, dass wenn Ihr Euch nciht auf Minijob geeinigt hättet, sondern ein normales Arbeitsverhältnis mit Dir als Werkstudent begründet hättet, er Dir bei gleicher Kostenbelastung 492,- Euro zahlen könnte.
Nochmal: Minijob ist für Studenten keine günstige Lösung.
Bei dem Tutoren Job habe ich mich übrigens bereits von der Sozialversicherungspflicht befreien lassen.
Das geht nur bei Minijobs, aber da beide zusammengezählt werden und es nun sowieso als Midijob (Beschäftigung in der Gleitzone) abgerechnet wird, geht diese Befreiung ins leere.
Du schreibst, der Arbeitgeber müsste mir eigentlich 492,-€ zahlen, da ihm gewisse Abgaben wegfallen. Darf denn in einer geringfügigen Beschäftigung mehr als 450€ ausgezahlt werden? Diese Abgaben fallen weg weil ich Student bin, verstehe ich das richtig? Bei dem Tutoren Job habe ich mich übrigens bereits von der Sozialversicherungspflicht befreien lassen. Wie ich jetzt auf Wikipedia lese, gilt das dann für alle Minijobs in dem Zeitraum.