PKV verlangt 300% Risikoprämie, legitim?
Guten Tag,
ich habe letztes Jahr mein Studium abgebrochen und mich danach Selbstständig gemacht. Im Studium war ich 20% Beihilfezusatzversicherung bei einer PKV und 80% Beihilfe über meine Eltern. Durch die Selbständigkeit is die Beihilfe somit mit Beendigung des Studiums weggefallen.
Nun habe ich durch einige andere private Ereignisse meine Anzeigepflicht bezügl. des Beschäftigungswechsels versäumt und erst nach 10 Monaten (ja ich schäme mich dafür) bei der PKV angerufen um meinen Tarif in einen vollwertigen 100% Basistarif zu ändern. Nach der Risikoprüfung schlägt die PKV jetzt einen 300%igen Risikozuschlag vor. (das wären 600€ pro Monat was für einen Basistarif* schlechthin inakzeptabel ist) Ist ein so hoher Risikozuschlag überhaupt legitim? Ich meine ich hatte etwas von max. 100% Zuschlag gelesen. (Der Zuschlag kommt weil ich vor 3 Jahren in einer Psychotherapie war die aber erfolgreich abgeschlossen ist,noch immer, physisch geht es mir in jeder Hinsicht bestens).
Dass ich Beitragsrückstände zu bezahlen habe, war mir bewusst, aber nicht dass es sich hier statt um 2000-3000€ nun um 8000€ handeln würde.
Muss ich den Vorschlag der PKV annehmen oder habe ich die Möglichkeit die Selbstständigkeit (ebenfalls aus Grund der momentanen wirtschaftlichen Umstände) aufzugeben und ohne den 100% Tarifwechsel bei der PKV in die GKV zu wechseln? Natürlich würde ich dann zeitnah in ein Angestelltenverhältnis übergehen.
Ich bin mir bewusst das es hier um viele Fehler von mir handelt, und "nicht wissen schützt vor Strafe nicht", dennoch würde ich gern meine Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Da in den momentanen Zeiten meine Gewinne eingebrochen sind und eine so hohe Geldsumme für mich nahezu nicht aufzubringen ist.
Vielen vielen Dank für ihre Hilfe
* Edit: Ja, Begriffe falsch. Entschuldigung, ich verstehe jetzt. Mit meinem "Basistarif", der keiner ist, meine ich einfach die billigste Preisklasse mit den wenigsten Leistungen
4 Antworten
Hallo, da stimmt einiges nicht und wenn es sich nur um Begriffe handelt.
Innerhalb von 6 Monaten nach Wegfall der Beihilfe hätte die PKV Dich ohne Risikoprüfung umstellen müssen. Lass Deinen Vater sich erkundigen, wann genau die Beihilfe weggefallen ist, seit wann bist Du exmatrikuliert ? Vielleicht geht da noch was.
Wenn da nichts geht, besteht Vertragsfreiheit und da kann die PKV verlangen, was sie für notwendig hält. Es geht hier wohl auch nicht um den Basistarif, denn der kostet schon ohne Zuschläge weit mehr als 600 EUR.
Wenn Du nicht die Möglichkeit hast, eine Beschäftigung aufzunehmen, um in die GKV zu kommen such Dir einen in PKV versierten Makler, der mit Risikovoranfragen rauskriegt, welche Gesellschaft bei Deiner Vorgeschichte weniger Zuschlag nimmt.
Interessant wäre allerdings die Frage, ob die PKV rückwirkend Beiträge in der Höhe verlangen kann. Ich meine nein. Denn dann wäre man beim nahtlosen Übergang und dann müssten sie es ohne Risikoprüfung machen.
Viel Glück
Barmer
Das sind ja "nur" ca. 130%. Nicht schön, aber absolut möglich. Psycho ist nunmal der Super-Gau.
Wenn Du jetzt nochmal (pro forma) ein Studium aufnimmst, wirst Du entweder pflichtversichert oder kannst wieder in die Beihilfe. Und dann das Ganze korrekt wiederholen. Einkommen neben dem Studium spielt keine (große) Rolle.
Hallo barmer, entschuldige dass ich noch einmal nachhake. Da auf die schnelle nicht mit einem Job zu rechnen ist, werde ich wohl doch nochmal schauen ob ich in einem Studium glücklich werde. Ist es möglich den Risikozuschlag mit einem Leistungsausschluss zu senken, sodass die rückwirkenden Beiträge sinken? Liebe Grüße
Risikovoranfragen - sehr sehr guter Tip! Daumen hoch! :-) Wenn man exemplarisch etwas bei www.finanztip.de im Versicherungsbereich forscht stolpert man irgendwann unweigerlich auf diese (unabhängigen) Berater.
Interessant wäre allerdings die Frage, ob die PKV rückwirkend Beiträge in der Höhe verlangen kann.
JA, genau das habe ich mich auch gefragt - beantworten kann ich das nicht.
Wechsel in die GKV ist für Dich jederzeit möglich, die PKV ist für Dich keine Pflicht.
Für Dich kommt im Grunde genommen eh nur noch die GKV in Frage, dass weisst Du selbst nur zu gut. Früher oder später wechselst Du doch sowieso in den Selbstzahlertarif oder auch den ganz normalen Tarif, in dem AG und AN in die GKV einzahlen ..... Beihilfe adé - Shit happens.
Wende Dich zum Sachverhalt an den Ombudsmann der Privaten Krankenversicherer:
www dot pkv minus ombudsmann dot de
Wechsel in die GKV ist für Dich jederzeit möglich, die PKV ist für Dich keine Pflicht.
Ohne versicherungspflichtige Beschäftigung, so lange die Selbständigkeit zeitlich und finanziell überwiegt, ist ihm der Weg in die GKV versperrt.
Danke für deine Antwort. Ja so ist nunmal die Selbstständigkeit- shit happens. Danke werde ich wohl mal machen!
Wenn Du kein Angestelltenverhältnis auf die Schnelle auftreiben kannst, weil Du gar keine Berufsausbildung und gar kein Studium hast .... dann kommt für Dich die Grundsicherung, man kennt sie als HARTZ IV, in Frage.
Damit erhältst Du eein Willkommenschreiben von der GKV. ;-)
Mit der lediglichen "Erfahrung" als Selbstständiger wirst Du so schnell nämlich gar keinen Arbeitsvertrag bekommen. Es gibt zur Zeit genug vakante Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt, die Wirtschaftskrise lässt grüßen.
Personaler geben einem jungen Menschen mit Ausbildungsabschluss oder mit akadamischem Abschluss in jedem Fall den Vorzug - Du hast da definitiv das Nachsehen.
Zur Überbrückung oder auch für die mittel- bis langfristige Zukunft kannst Du eine Helfertätigkeit suchen und finden.
Karriere ist ursprünglich aus dem Französischen bedeutet und übersetzt: den Karren hinter sich herziehen.
wird nicht klappen, denn mit PKV als Vorversicherung bleibt man auch als Hartzer PKV-versichert. Also auch hier Basistarif. Und der ist so teuer.
Das beste ist, suche dir einen. Job wo du 451€ verdienst, dann brauchst du die Krankenkasse gar nicht Privatvzu bezahlen
Danke für die Antwort!
Der Wegfall ist länger als 6 Monate her. Also Übernahme ohne erneute Gesundheitsprüfung ist weggefallen (durch Eigenverschulden nicht die Frist eingehalten). Ich mache mir schon einen Kopf, denn der Tarif hätte 260€ (inkl. Pflegeversicherung) gekostet, nun kommen dazu Zuschläge 220€ (Ambulant) sowie 124€ (Stationär). Dann sind wir 604€/Monat. Ab 2021 sollen es dann 903€/Monat sein, da ich 21 werde und dann die Erwachsenenbeiträge bezahle.
Bisher wurden für die 20% Beihilfezusatzversicherung 124€ pro Monat bezahlt.
Was mich stutzig macht: Wenn ich die Beiträgsrückstande selbst zusammenrechne komme ich bei weniger raus und habe noch nicht einmal die bis jetzt gezahlten Beträge abgezogen (die müssten ja verrechnet werden oder irre ich mich?).
12 Monate * 604€ = 7,248€ wo dann evtl. noch die bereits gezahlten Beträge verrechnet werden?
Ich habe bereits Bekannte befragt, aber auch von denjenigen die ein wenig Erfahrung im Bereich PKV haben gibt es bisher nur erstaunte Reaktionen über so einen Risikozuschlag.