Hohe Gebühren zurückfordern? Möglich?

11 Antworten

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Da Dein Mann ja anscheinend einem Vermögensberater der DVAG sein Vertrauen geschenkt hat ist es zu so einer Misere gekommen. Die Polic AM ist auch bedingt durch den Strukturvertrieb DVAG ein kostenintensives Produkt.

Jetzt heißt es erstmal ruhigen Kopf bewahren und keine voreiliegen Handlungen/Kündigungen durchführen sonst ist der Verlust realisiert. ** Wichtig !

Nicht kündigen, nur beitragsfrei stellen !**

Zum Ende der Laufzeit muss jeder Anbieter die eingezahlten Beiträge und Zulagen auszahlen, somit wäre zumindest der reine Geldbetrag gerettet.

Für die Zukunft einen von Gesellschaften unabhängigen Versicherungsmakler beauftragen, es gibt genügend Anbieter mit niedrigerer Kostenquote. Die auch trotz Kosten bereits nach einem Jahr im Plus sind.

Da wirst Du leider nix dran ändern können. Was glaubst Du, warum diese Riester-Dinger überhaupt ins Leben gerufen wurden - damit die Versicherer und der Staat noch mehr Geld daran verdienen - und die Bürger einem Millionenfach auf den Leim gehen.

Da wird was suggeriert - der Staat gibt ne Zulage - die wird aber durch Gebühren, Steuern etc wieder mehr als aufgefressen - dazu wandert ein Teil Deines Anlagebetrages gleich mal wieder als "Verwaltungsgebühren" an die Manager der Versicherungen.

Das ganze wird sooo ausgeklügelt aufbereitet und komplex formuliert, dass ein einfacher Versicherungsvertreter da auch nicht dahinter steigt (der bekommt vielleicht 20 Euro Provision, weil er fürs Geschäft mit Dir gesorgt hat) - geschweige denn der Bürger, der meint, eine sichere Geldanlage für die Zukunft zu tätigen. Das ganze ist dann meist noch auf Lebenszeit unkündbar - und du bist GEFANGEN

Hallo, über den Status eines Vertrages gibt es nicht mehr viel zu schreiben, es ist alles gesagt worden.

Es ist nun zu prüfen, ob Deinem Mann noch Druckstücke der Gesellschaft aus dieser Zeit noch vorliegen. Da könnte man den Wahrheitsgehalt der damaligen Aussagen des Vermittlers prüfen. 20% Rendite ist schon ein sehr stark überzogenes Stück.

Auch SgtMiller hat unbedingt recht mit seiner Aussage, dass eine Kündigung nun den totalen Verlust erst wirklich sanktioniert, auch wenn Deine Reaktion mehr als nur verständlich ist. Such Dir in Deiner Nähe einen neutralen und wirtschaftlich von den Versicherern unabhängigen (ehemals gerichtlich zugelassenen) Versicherungsberater. Dieser Personenkreis ist zur Rechtsberatung berechtigt und darf auch Deine/Eure Interessen gegenüber dem Versicherer vertreten.

Ich sehe auch hier wieder mal eine gefährliche Kombination von Halbwissen und den glorreichen Tip zu Anwalt zu gehen.

Wenn jemand vor 10 Jahren einen Vertrag abgeschlossen hat, so konnte er auch schon vor 10 Jahren schauen, was an Gebühren verlangt wurde. Da kann ich jetzt nicht um die Ecke kommen und sagen .."ohh, die waren aber zu hoch". Vertrag ist Vertrag, basta.

"Riester" ist auch keine Erfindung der Versicherer, Anlass war die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 2000/2001, bei der das Nettorentenniveau des Eckrentners, also eines idealtypischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, der 45 Jahre lang Sozialversicherungsbeträge eingezahlt hat, von 70 % auf 67 % reduziert wurde. Außerdem war es eine Reaktion auf die Neuregelung des Alterseinkünftegesetztes, in der die Besteuerung des gesetzlichen Rente neu geregelt wurde. War bis dato nur der sogenannten Ertragsanteil steuerpflichtig,so werden ab 2005 Renten der GRV abzüglich der Versorgungsfreibeträge mit 50% besteuert, danach jährlich in 2-Prozent-Schritten steigend und ab 2020 in 1%-Schritten bis im Jahr 2040 auf 100%.

Soweit zum historischen Hintergrund

Was in Deiner Betrachtung zu kurz kommt bzw. komplett vergessen wurde:

  • Den Großteil der Kosten entsteht durch die sogenannten Abschlusskosten, diese fallen jedoch, zumindest bei den neueren Verträgen, nur in den ersten 5 Jahren an, sie werden linear verteilt. Die Hähe diese Kosten richtet sich nach der Laufzeit und der Höhe der warscheinlichen Gesateinzahlung. Also, je länger die Laufzeit, je höher der Beitrag, je höher ist dieser Kostenblock. Bei den Verträgen von vor 10 Jahren wurde glaube ich der Kostenblock gleich am Beginn belastet, so das man bei einem schlechten Versicherer erstmal 2-3 Jahre keinen Rückkaufswert hatte.

  • Neben der Zulage gibt es ja noch, selbst bei Durchschnittsverdienern, eine ansehnliche jährliche Steuererstattung, die zweckungebunden verwendet werden kann. Ich würde mich sehr wundern wenn Dein Mann (und damit auch Du) diese Erstattung nicht bekommen hättest.

Das die AM nun kein Billigheimer ist weiß eigentlich jeder, Deinem Mann ist aber maximal vorzuwerfen sich nicht genügend umgeschaut zu haben, aber "Riester" als solches zu nutzen, das ist an sich keine falsche Entscheidung.

Solltet Ihr allerdings im Rentenalter ein ähnliches steuerpflichtiges Einkommen wie in den Arbeitsjahren haben, dann läuft natürlich "Riester" etwas ins Leere, weil dann ja das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung nicht greift. Allerdings, so sehr ich es Euch und auch mir wünsche, es wird wohl die wenigsten "treffen".

Bei welchen Anbieter bist du?