Strafanzeige bei Kassendifferenz?
Hallo Leute,
ich habe letzten Herbst als Student einen Nebenjob angetreten in einem Lokal mit Wettabgabe. Ich wurde dann kurzfristig donnerstags eingeteilt und später kam auch der "Chef" vorbei und hat was an der Kasse gemacht. Später fehlten dann ein paar hundert Euro. Mir wurde daraufhin gekündigt und ich bekam eine Mail, dass mein Gehalt einbehalten werden würde und ich den Restbetrag vorbeibringen solle.
Ich weiß wirklich nicht wie der Fehlbetrag entstanden ist und auch nach Auskunft des Chefs hätten sie alles überprüft und das Geld nicht gefunden. Wir wollten das gemeinsam durchgehen, aber der Termin wurde abgesagt. Ferner sind alle Belege des Tages später "verschwunden".
Ich habe die Sache meinem Anwalt übergeben, welcher die Firma angeschrieben hat. Jetzt bekam ich ein Antwortschreiben via Anwalt, in dem zwar festgehalten wird, dass mir mein Lohn zusteht, aber wenn ich "meine Haltung nicht überdenke" dass dann die "Beweismittel" der Polizei übergeben würden und eine Strafanzeige (wegen was eigentlich?) gegen mich gestellt würde.
Das "Ultimatum" läuft in drei Tagen ab. Ist sowas überhaupt zulässig? Ich rufe morgen meinen Anwalt an, der heute nicht erreichbar war. Was kann man gegen so eine Vorgehensweise machen? Danke.
5 Antworten
Ach komm - das sind doch nur Drohgebärden!
Wenn ich dein Anwalt wäre, würde ich denen ganz direkt antworten, ob sie mit ihrer Äußerung Druck ausüben wollen, was dann dem Straftatbestand der Nötigung und Erpressung entspräche.
Wenn du dir nichts vorzuwerfen hast, dann war dein Weg zum Anwalt genau richtig. Wenn die eine Kassendifferenz reklamieren, müssen sie es auch beweisen. Spätestens dann, wenn jemand anderes in deiner Kasse rumgefummelt hat, kann dir nichts mehr nachgewiesen werden! Den Beweis müssen auch die bringen und nicht du!
Unabhängig davon hat dein Lohn auch nichts mit der Kassendifferenz zu tun. Den Lohn müssen sie sofort zahlen - wenn sie Schadenersatz für die angebliche "Kassendifferenz" wollen, müssen die das separat einklagen. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun!
Bisher hast du dich völlig korrekt verhalten. Ich denke hier versucht jemand den Schaden auf dich abzuwälzen. Lass es darauf ankommen. Du mußt nicht beweisen das es so war, sondern die das dir etwas anzulasten wäre.
Wenn du dir nichts zu Schulden kommen lassen hast, dann ist es doch nur gut für dich, wenn "Beweismaterial" der Polizei übergeben wird. Dann könnte die Sache endlich hieb- und stichhaltig geprüft werden.
Es sieht doch eher danach aus, dass man sich an dir bereichern wollte und nun mit billigen Tricks versucht, dich einzuschüchtern.
Bleib entspannt. Wenn du das Geld nicht herausgenommen hast, solltest du nichts zu befürchten haben. Solche Dinge lassen sich vor Gericht klären. Aber so wie du die Lage schilderst, wird die Sache nicht einmal bis zum Gericht kommen.
Lass dich nicht unter Druck setzen und bleib entspannt. Du hast auch überhaupt keine Eile. Du bist es ja nicht, der etwas zu verbergen hätte - allenfalls die "gegnerische Partei". Du brauchst gar nichts gegen eine solche Vorgehensweise zu machen als sie einfach ganz entspannt zu ignorieren.
Bei Gelegenheit, zu den nächsten Bürostunden, teilst du deinem Anwalt dann mit, was du bekommen hast, damit er über alles informiert ist.
Zuerst sagt / schreibt Dein Chef:
dass mein Gehalt einbehalten werden würde und ich den Restbetrag vorbeibringen solle.
Dann rudert er via (Anwalts)schreiben zurück und sagt,
dass Dir Dein Lohn zustehe.
Von was will er Beweismittel erbringen? Evtl. Videobeweis? Wenn Du nichts widerrechtliches gemacht hast, kann Dir eine solche Ansage am "Allerwertesten" vorbeigehen. Zulässig oder nicht - er macht es halt. Bleib einfach gelassen.
Ich denke die Sache ist bei deinem Anwalt in besseren Händen.