Ist BaFög sozial schmarotzen?
Habe vorhin Leute im Café reden hören, dass Studenten, die es sich nicht leisten können ja nicht studieren müssen und dass BaFöG Empfänger Sozialschmarotzer wären. Ich selbst bekomme BaFöG und habe sowas vorher noch nie gehört, auch nie darüber nachgedacht. Dass BaFöG eine Art der Sozialhilfe ist, war mir schon klar, dass es vom Steuerzahler finanziert wird auch. Trotzdem empfinde ich mich nicht als Schmarotzer, da ich ja was anständiges mache und später genug Geld verdiene um auch hohe Steuern zurück zu zahlen. Dazu kommt, dass ich ja einen nicht geringen Teil selbstverständlich auch an Vater Staat zurückzuzahlen habe. Eine der Frauen meinte auf meinen verständnislosen Blick hin, dass ich ja nicht ins Café gehen muss, von Sozialgeldern :/. Hab wohl bissl dämlich geguckt, dass sie das sofort erkannt hat. Findet ihr, dass BaFöG schmarotzen ist?
Meine Gegenargumente : Ich studiere und verdiene mit den Studium danach 2700€ als Einstiegsgehalt, ohne Studium nur 1400€. Ich habe Aufstiegschancen, die ich ohne Studium nicht hätte und kann in die Manageretage gehen, dort verdiene ich bis zu 6000€ monatlich. Dementsprechend viele Steuern zahle ich dann auch. Und das dann auch sehr gerne, weil wir ein Sozialstaat sind.
Was sind eure Argumente?
12 Stimmen
Wo kann man aktuell ins Café gehen?
Das war vor 20 Tagen . In MV . Draußen sitzen war erlaubt.
8 Antworten
Auf Zahlungen von BaFög, sprich Bundesausbildungsförderungsgesetz, hat man einen gesetzlichen Anspruch. Es ist an bestimmte Bedingungen geknüpft und wird als Darlehen vergeben. Man muss es also zurück zahlen. Vom Schmarotzertum also keine Spur. Schmarotzer sind Leute, die z.B. eine Krise dazu benutzen, sich selbst zu bereichern, wie es einige CDU-Mitglieder gerade tun.
BAFöG ist eine der stärksten Mittel um Chancengleichheit in der Bildung herzustellen, sodass es eben nicht mehr so stark vom Geldbeutel und der Familie abhängt, ob man Bildung genießen kann.
Wer BAFöG für den vorgesehenen Zweck nutzt und nicht versucht sich Vorteile zu verschaffen, der ist kein Schmarotzer, da er einzig und allein seine Möglichkeiten Bildung zu genießen ausschöpfen möchte. Darüber hinaus begleicht man das BAFöG ohnehin i.d.R. zu großen Teilen und trägt auch später als voll Berufstätiger dazu bei, BAFöG für andere Menschen die studieren oder sich weiterbilden möchten zu finanzieren. Das gehört dann auch zu den Pflichten die man als Staatsbürger hat.
Es ist ein Akt der Solidarität.
Kennst du den Spruch von Einstein mit der menschlichen Dummheit?
Nach dem Weltbild der Dame wäre es ja dann auch Sozialschmarotzen, wenn man zur Schule geht.
Wer weiß, welche Chancen ihr das Leben versagt hat, dass sie so verbittert ist. Aber zieh dir da nichts von an.
Schmarotzen wäre es, wenn du das Geld nähmst, aber nicht studierst. Und das tust du ja nicht. Ansonsten ist deine Argumentation völlig logisch und nachvollziehbar, so ist es ja auch gedacht. Es sorgt für eine gewisse Chancengleichheit, so soll es ja auch sein.
Da dich das so mitgenommen hat, noch ein Tipp:
Lass das Problem bei ihr. Sie ärgert sich, sie findet das ungerecht, aber das ist ihre Weltsicht.
Klar ist mir, wer nicht an die Uni kann, weil nichts da ist, wird immer so reden.
Jedem Chef hauen die doch auch um die Ohren, dass der nicht für lau arbeitet.
Tipp: Prüfe ein Stipendium, wenn es noch nicht zu spät ist. So eine Antrag wird oft vergessen, warum auch immer.
BAföG muss man zurückzahlen. Worin soll dann das Schmarotzertum bestehen?