Heizkosten in der Nebenkostenabrechnung zu hoch?
Hallo liebe Community,
Ich habe vor einigen Tagen bereits eine Frage zu meiner Nebenkostenabrechnung gestellt. Nun folgt eine weitere, weil der Wärmemessdienst nicht mit mir reden wollte, der die Abrechnung erstellt hat. Es geht um die Heizkosten.
Erstmal ein paar Fakten: Wir heizen mit Erdgas, sind drei Partien im Haus. Der Verbrauch wird mittels eines Wärmemengenzählers in jeder Wohnung ermittelt, also nicht pro qm. Das gesamte Haus hat im vergangenen Abrechnungszeitraum (01.05.15-30.04.16) 24.657 kWh Gas verbraucht, Kosten: 1466,39 €. Es kommen noch verschiedene andere Kosten (wie Wartung, Betriebsstrom und Miete) hinzu, sodass man am Ende bei einem Gesamtpreis von 1843,81 € für die Heizung ist. Wir wohnen erst seit dem 01.01.2016 in dem Haus, dementsprechend bekommen wir auch nur anteilig die Kosten angerechnet. Allerdings wurden uns für die Heizung von 4 Monaten insgesamt 589,36 € berechnet. Wenn man das mal grob rechnet, ist das fast ein Drittel der gesamten Heizkosten für ein gesamtes Jahr (wir haben aber nur 4 Monate drin gewohnt).
Meine Überlegung: Wenn ich die kWh-Zahl des gesamten Hauses nehme und diese durch den Einkaufswert dividiere, komme ich auf etwa 5,9 ct/kWh. Ein guter Preis. Später bei der Kostenverteilung auf unsere Wohnung wird allerdings ein kWh-Preis von 15,1 ct/kWh angenommen.
Mir ist bewusst: Wir sind in die Wohnung eingezogen und hatten direkt den heizintensivsten Zeitraum des Jahres (in Gradtagen 530/1000 - also ungefähr die Hälfte des Heizvolumens). Wir haben aber laut Abrechnung nur 3130,7 kWh verbraucht. Von meiner alten Wohnung habe ich eine Nebenkostenabrechnung von September-Dezember (auch 4 Monate, in Gradtagen 390/1000). In diesem Zeitraum haben wir sogar mehr verbraucht - um die 3500 kWh -, aber trotzdem nur weit unter der Hälfte der Heizkosten für diese Wohnung bezahlt (bei gleicher Heizart).
Anbei nochmal Ausschnitte der Abrechnung für diese Wohnung. Ich hoffe, das ganze war übersichtlich genug dargestellt, ist immer nicht so einfach. Sonst fragt noch einmal nach.
Vielen Dank!
Liebe Grüße,
SimmeGo


7 Antworten
Hallo SimmeGo,
Deine letzte Frage ist mir noch im Kopf. Ich habe ja mehr auf das "Wasserproblem" geantwortet. Nun die Heizkosten. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Dein Heizkostenanteil beträgt gesamt
280,75 € (vom 01.12.15 bis 30.04.16)
Wenn soweit alles richtig getippt und die Kosten und Zahlen in der Abrechnung als Basis richtig sind.
Die Grundkosten (30%) mit 116,27 € sind richtig gerechnet und in Abrechnung.
Die Verbrauchskosten sind im Ergebnis FALSCH.
Die Gesamtanteile mit 8.541,2 kWh sind nicht nachvollziehbar. Hier müsste 24.657 kWh stehen. Deine Überlegung ist richtig, es müsste dann weiter mit 0,052345 €/kWh gerechnet werden. Der in der Abrechnung stehende fast dreifache Wert ist falsch.
Im Ergebnis der (Dein) Verbrauchsanteil von 164,48 €.
Mit dem Wärmedienstler brauchst Du keine weiteren Gesprächsversuche zu unternehmen. Der Vermieter muss sich darum kümmern.
Widerspreche der Abrechnung und bitte um ein Aufklärungsgespräch bezüglicher die 8.541,2 kWh als Berechnungsansatz. Gradtagszahlen kommen hier nicht in Betracht, da ja Messergebnisse bzw. Zählerstände vorliegen.
Soll mich hier einer schellten, wenn ich falsch gerechnet oder gedacht habe.
Gruß Dietmar Bakel
Ich glaube, ich habe Deinen Denkfehler gefunden.
Du gehst von ca. 24000 kWh aus, die als Gasmenge geliefert bzw. verbraucht wurden. Davon gehen ca. 20 - 25 % weg für Warmwasserbereitung. Die Wohnungszähler messen nur die Wärme, die jeweils dort verbraucht wurde und kommen so auf ca. 8500 kWh, die alle Zähler insgesamt gemessen haben. Da fragt man sich natürlich, was mit den übrigen ca. 10000 kWh passiert ist. Nur ist diese Frage ziemlich müßig.
Geht man davon aus, dass alle Wärmemengenzähler geeicht sind und richtig messen und während der ganzen Periode richtig gemessen haben, so ist der Wärmeverbrauch nach diesen Messwerten aufzuteilen und nicht nach der Menge der ins Haus gelieferten Energie in Form von Gas. Dass dadurch der kWh-Preis drastisch ansteigt, ist nachvollziehbar.
Was wird alles nicht gemessen von dem Gas, was ins Haus gelangt:
Abgesehen von den o. a. kWh für Warmwasserbereitung
Verluste durch die Heizung selbst. Handelt es sich um ein älteres Modell so ist der Wirkungsgrad deutlich unter 100 %. Das bedeutet schon mal, dass weit weniger kWh in Form von Wärme in die Wohnungen geschleust wird, als der Kessel in Form von Gas verbrennt.
Man merkt es in Form von Wärme im Heizungskeller
Aber auch nicht zu verachten ist die Wärme, die durch den Schornstein geht. Bei älteren Heizungsanlagen ist das ebenfalls ganz enorm.
Zudem wird die Heizung auch im Sommer gebraucht, um Warmwasser zu erwärmen. Ist das Wasser ausreichend warm, schaltet der Brenner zwar ab, aber der Heizkessel ist trotzdem ziemlich warm bzw. heiss und da er nie ganz abkühlen sollte geht auch viel Energie nur durch die Betriebsbereitschaft verloren.
Wo noch überall Wärme verloren gehen könnte, die aus einer bestimmten Menge Gas in kWh geliefert wird, weiß der Kaminkehrer oder ein Heizungsbauer. Wie es speziell in Eurem Haus ist, kann ich nicht sagen.
Wenn man aber davon aus geht, dass Euer Haus nicht besonders gedämmt ist, sind die Heizkosten in Deiner Wohnung noch akzeptabel. Wenn die Heizung selbst jedoch schon ziemlich alt ist (älter als ca. 20 Jahre), wird sie bei weitem nicht den Wirkungsgrad eines neuen Gas-Brennwertkessels haben. Bei diesen liegt der Wirkungsgrad nominell sogar bei über 100 %. Bei alten deutlich darunter. Der Wirkungsgrad gibt letztlich an, wieviel der eingesetzten Energie tatsächlich in Form von Wärme an die Heizungsrohe und an das Warmwasser abgegeben wird.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Anhaltspunkte geben.
Die Abrechnung geht bei euch nur über die Wintermonate, hier ist es kein Wunder, dass ihr nachzahlen müsst, da man im Winter deutlich mehr heizt, als über die NK-Vorauszahlung abgedeckt ist. Wenn man im Sommer dann noch zahlt, gleicht sich das übers Jahr gesehen wieder aus.
weil der Wärmemessdienst nicht mit mir reden wollte, der die Abrechnung erstellt hat.
Der ist ja auch nicht Dein Vertragspartner. Das ist Dein Vermieter.
Später bei der Kostenverteilung auf unsere Wohnung wird allerdings ein kWh-Preis von 15,1 ct/kWh angenommen.
Denkfehler. In die Heiz- und Warmwasserkosten fließen auch die sog. Heiznebenkosten wie Wartung, Emissionsmessung und Betriebsstrom ein. Hier auch noch die Gerätemiete und Kosten der Abrechnung.
Allerdings wurden uns für die Heizung von 4 Monaten insgesamt 589,36 € berechnet. Wenn man das mal grob rechnet, ist das fast ein Drittel der gesamten Heizkosten für ein gesamtes Jahr (wir haben aber nur 4 Monate drin gewohnt).
Das kann schon hinkommen. Schließlich waren es ausschlielich Heizmonate dabei. Da sind die tatsächlichen Heizkosten 2 - 3 x so hoch wie die gezahlten. Kommt rechnerisch hin. Für die Monate Januar - April können sogar 50 - 60 % der Jahresheizkosten anfallen.
Allerdings wurden uns für die Heizung von 4 Monaten insgesamt 589,36 € berechnet.
Nö, 473,09 €. Der Rest werden wohl die übrigen Betriebskosten sein.
Ich verstehe nicht, was deine Frage ist.
Soweit ich die Abrechnung sehe, ist die komplett nachvollziehbar und rechnerisch korrekt. Das einzige Auffällige ist der Umstand, dass du offenbar einen im Vergleich zu den anderen Parteien deutlich überdurchschnittlichen Verbrauch hast.
Dass unterschiedliche Energieträger unterschiedlich teuer sind, ist Tatsache. Genauso wie der Umstand, dass große Heizungsanlagen teilweise deutlich effizienter betrieben werden können, als kleine.
Zu deinem Sachverhalt ist ein Punkt offenbar richtig zu stellen: Die Abrechnung betrifft für euch den Zeitraum 1.12. bis 30.4. und somit nicht nur vier, sondern fünf Monate.