Kann man bei Aktien Geschäften "negativ" gehen?
Gute Tag,
Ich hätte eine Grundlegende Verständnis Frage:
Wenn ich eine Aktie sagen wir 100$ Kaufe und diese sink um 100%, ist ja dann theoretisch alles was investiert wurde weg.
Nun meine Frage, theoretisch sollte man dadurch nie "negativ" (das man der Bank was schuldet) gehen können? bei einem Aktienwert von 0 kann man nicht mehr weiter runter gehen..
Gilt das denn auch wenn ich mit Hebeln (Derivate) Arbeite? sagen wir x10, dann sind von den -100% in der normalen Aktie, im gehebelten -1000% oder kann man bei dem Aktienwert von 0 nicht negativ gehen? oder ist das dann so, dass die "echte" aktie -10% geht, ich beim gehelbten -100% habe und deshalb meine Geld einfach weg ist?
Oder ist mein Verständnis falsch?
2 Antworten
Mit normalen Endkunden-Produkten (z.B. Optionsscheinen) ist auch "nur" der Totalverlust möglich.
Anders ist es mit richtigen Terminkontrakten, z.B. an der Eurex. Da ist das Verlustrisiko unbegrenzt.
.....in den USA sind Optionscheine verboten. ....
Eine Aktie ist ein Sachwert, wenn Du eine Aktie kaufst, kaufst Du ein echtes Stück des Unternehmens. Mehr als seinen Wert vollständig zu verlieren ist nicht möglich, da Aktionäre nicht für Unternehmensverluste haften.
Bei Derivaten muss man schauen was man sich ins Depot holt, die haben nichts mit dem Unternehmen zu tun für das sie stehen. Ko Scheine und Turbo's sind zb wertlos sobald eine Schwelle unterschritten ist, größerer Verlust, also Nachschusspflicht ist ausgeschlossen. Differenzkontrakte (CFD's) sind dagegen so strukturiert, dass sie sehr wohl auch ins negative fallen können. Beim CFD hinterlegt der Anleger eine, in Relation zum Wert, relativ kleine Summe als Sicherheit, die zb den Verlust von 10% des namensgebenden Papiers absichert. Kommt ein cfd dann in die Nähe der Wertlosschwelle, muss derAnleger entweder rechtzeitig die Margin erhöhen oder sich die Schließung durch den Emittenten gefallen lassen. Der Emittent schließt meist einzelne oder alle offenen Positionen, sobald der Depotwert 10 oder 20 % der Investitionssumme beträgt. Fällt ein Wert im außerordentlichen Handel auf den man ein cfd gekauft hat, dann kann ein cfd mit dem ersten Kurs der handelnden Börsen auch massiv ins negative fallen und wird im selben Moment im Verlust geschlossen. Der Anleger muss in dem Fall aus seinem Depotvermögen nachschiessen. Lediglich die monetäre Nachschusspflicht, dass man also für die produzieren Verluste Geld aufs Depot überweisen muss, ist seit 2018 gesetzlich in Europa und vielen anderen Ländern verboten.