Bitte um individuelle Bewertung meines Arbeitszeugnisses!?

 - (Arbeitszeugnis, Personal, Personalabteilung)

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Für eine zweijährige Zusammenarbeit ist das Zeugnis in Stil und Inhalt alles andere als gut. Kurze und abgehackte Sätze, fast keine zeitlichen und andere Verstärker..., sehr knappe Leistungsbeschreibung.

Beim Sozialverhalten fehlen die Kunden.

Der Schlusssatz verstärkt das nicht wertschätzende Zeugnis noch einmal komplett:

kein Bedauern, kein Erfolg......man ist froh, dich los zu sein, was man auch an der fehlenden Erklärung zum Kündigungsgrund "verlässt uns zum..." bereits erahnen kann. Wenn das Datum dann auch noch "krumm" sein sollte, weiß jeder Personaler Bescheid....

Das Zeugnis würde ich mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht besprechen und evtl einen Gegenentwurf dem Ex-AG vorlegen.

Leider hast du die Angaben ueber die Dauer des Arbeitsverhaeltnisses sowie ueber das Austrittsdatum geschwaerzt. Somit laesst sich nicht erkennen, ob es sich um ein kurzes oder um ein laengeres Arbeitsverhaeltnis handelte (fuer ein laengeres waere das Zeugnis deutlich zu kurz) und ob das Arbeitsverhaeltnis an einem "normalen" Tag endete (15. oder Monatsletzter) oder an einem Tag, der eher auf eine fristlose Kuendigung hindeuten wuerde.

Die Leistungsbeurteilung ist eher mittelmaessig. So ist zwar einerseits von einer "vollsten Zufriedenheit" die Rede, an andere Stelle aber nur von "guten Leistungen". Zudem fehlt im Schlusssatz ein Ausdruck des Bedauerns (wenn einen ein guter Mitarbeiter verlaesst, bedauert man dies ueblicherweise und schreibt das auch ins Zeugnis).

Weiterhin faellt auf, dass dir fuer die Zukunft zwar alles Gute gewuenscht wird. Einem erfolgreichen Mitarbeiter wuenscht man aber auch weiterhin viel Erfolg.

Alles in allem vermittelt das Zeugnis von einem Arbeitsverhaeltnis, bei dem es nicht wirklich gepasst hat. Der Arbeitgeber scheint froh zu sein, dass dies nun vorbei ist.

Das Problem ist ja dieser Code, zu dem sich die Unternehmen nach der Verpflichtung nur noch positive Arbeitszeugnisse auszustellen, genötigt sahen.

Nur leider, wendet den mehr oder weniger jeder so an, wie es ihm in den Kram passt. Das ist jedenfalls mein Eindruck, und ich habe über die Jahre eine ganze Anzahl Leute eingestellt und Zeugnisse gelesen.

Für die Vorauswahl, und für mehr würde ich es nicht verwenden, ist es in meine Augen okay. Ich würde dich vermutlich zu einem Vorstellungsgespräch einladen.

Dieses Arbeitszeugnis entspricht nicht der Forderung, für das weitere Berufsleben förderlich zu sein und sollte daher auf jeden Fall entsprechend reklamiert werden.

Bereits die übergroße und gesperrt wirkende Überschrift ist unzulässig, und ist der Aufhänger für die Korrektur der weiteren formalen und inhaltlichen Fehler.

Da die Korrektur fachgerecht und arbeitsrechtlich einwandfrei anzugehen ist, darf hier nicht vorschnell gehandelt werden.

Bei Interesse würde ich diesen Vorgang begleiten. Dazu müsstest Du mir eine Persönliche Nachricht (PN) zukommen lassen.

Gruß

@Nightstick